Mittwoch, 21. März 2012

[Rez] Jackson Pearce - Blutrote Schwestern

Titel: Blutrote Schwestern
Originaltitel: Sisters Red
Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: PAN (4. Oktober 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426283522
Preis: 16,99€
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre






Inhalt:

DIE ZARTE HAND DES TODES Wenn es dunkel wird, ziehen zwei junge Frauen durch einsame Gassen und Wälder. Mit ihren blutroten Mänteln und süßen Parfüms locken sie Werwölfe an – aber wenn diese sich auf die vermeintlich hilflosen Opfer stürzen, ziehen Scarlett und Rosie ihre Äxte hervor und schlagen zu. Doch dann beginnt die jüngere Rosie zu ahnen, dass es noch mehr im Leben geben kann als die Jagd – und begeht einen Fehler, der sie und Scarlett in größte Gefahr bringt: Sie verliebt sich …

Erster Satz:

Fremde gehen niemals diese Straße entlang, dachten die beiden Schwestern, als der Mann auf sie zutrottete.

Cover:

Persönlich gefällt mir das englische Cover besser, weil es einfach besser zum Märchen  Reveal passt :) Aber das deutsche Cover springt durch das grau/rote Cover auch ins Auge.

Meine Meinung:

Jackson Pearce erzählt hier quasi das Märchen der Gebrüder Grimm neu. Nur in blutig. Vor Jahren wird Scarlett durch den Angriff eines Fenris entstellt, sie verliert ein Auge, ihre Großmutter und den Glauben an das Gute. Ihre jüngere Schwester Rosie kann sich an den Vorfall kaum erinnern, verdankt Scarlett aber ihr Leben. Gemeinsam ziehen sie durch die Gegend, locken Wölfe an und töten sie. Bis sich etwas verändert. Etwas Großes beginnt und so müssen Scarlett, Rosie und Silas, der Jagdpartner von Scarlett, in die Großstadt ziehen - um den Welpen zu finden. Doch alles wird kompliziert, als Rosie sich verliebt. Außerdem ist der Welpe ganz in ihrer Nähe...

Die Geschichte ist von anfang an spannend, doch man merkt bald, das Scarlett und Rosie sich sehr unterscheiden. Scarlett will ihre kleine Schwester beschützen und macht ihr durch ihre forsche Art immer wieder klar, dass sie nicht tatenlos wegsehen können, wie Fenris junge "Schmetterlinge" töten. Nicht wo sie wissen, dass SIE exestieren. Damit macht sie ihr unwiderruflich klar, dass ihr Leben die Jagd zu sein hat. Sie stellt einen Vergleich zwischen sich und ihrer Schwester her, der nicht exestiert. Denn ist für Scarlett die Jagd der einzige Grund zu exestieren, ist es für ihre Schwester nur eine Pflicht, weil sie glaubt Scarlett ihr Leben zu schulden.

Doch alles ändert sich, als sie in die Große Stadt ziehen und Rosie Freiheit schnuppert. Man sieht deutlich die Entwicklung von der folgenden kleinen Schwester zur eigenständigen Frau. Beide müssen lernen, nicht von einander abhängig zu sein. Besonders Scarlett muss begreifen, dass sie ihre Schwester nicht in ihre Schuhe zwingen kann und Rosie muss endlich erkennen, dass es ihr Leben ist und sie damit tun und lassen kann was sie will. Jackson Pearce bindet die familiären Aspekte wunderbar in die Geschichte ein. 

Auf der anderen Seite ist da der Kampf gegen die Fenris. Super finde ich, dass sie bei Jackson Pearce keine kleinen, flauschigen Hunde sind, die nichts dafür können, wie sie sind. In "Blutrote Schwestern" sind sie, was sie sind - Monster. Der Kampfteil der Geschichte läuft relativ blutig ab und nicht selten kann man sich die Szenen wirklich bildlich vorstellen - herumfliegende Körperteile, klebrige Massen und geifernde Wölfe.

Jackson Pearce hat eine spannende, Actionreiche und doch gefühlvolle Storyline geschaffen. Durch die Ich - Perspektive schafft sie es, dass der Leser sich wunderbar in die beiden hineinversetzen kann, man spürt Scarletts Wut genauso, wie Rosies Zerissenheit.

Fazit:

Angelehnt an das Märchen "Rotkäppchen" schafft Jackson Pearce hier eine spannende Geschichte, die nichts schönredet. Erfolgreich hat sie auch die ein oder andere kleine Weisheit eingebunden - Plato.
Ein gutes Buch, wenn man mal genug hat von der schnulzigen Welt der Liebesgeschichten und abtauchen will, in eine düstere Version der Welt, wie wir sie kennen.

4 von 5 Federn

1 Kommentar: